Redaktionsplan: zwei Beiträge im Monat dauerhaft halten
- Rubrik
- Schreibhandwerk
- Veröffentlicht am
- 21. Mai 2026
- Lesezeit
- 5 Min. Lesezeit
Zwei Beiträge im Monat, gehalten seit vier Jahren. Nicht wegen vorbildlicher Disziplin, die wir nicht haben, sondern weil das System die Wochen abfängt, in denen weder Zeit noch Idee vorhanden ist.
Redaktionsplan: Vorrat statt Versprechen
Ein Plan, der künftige Titel aufreiht, schützt vor nichts. Was trägt, ist ein Vorrat: zwei fertige Beiträge, die nie an dem Tag erscheinen, an dem sie geschrieben wurden. Der Takt wird damit unabhängig von der Laune des Monats. Sinkt der Vorrat auf einen Text, blockieren wir einen Samstagvormittag. Steigt er auf vier, erlauben wir uns das längere, riskantere Thema, das seit dem Herbst liegen bleibt.
Sitzungen: zerlegen statt erzwingen
Ein Beitrag von 1 200 Wörtern kostet uns fünf bis sechs Stunden. Am Stück gelingt er nie. Zerlegt schon:
- eine Stunde für Quellen und Zahlen
- eine Stunde für die Gliederung, in ganzen Sätzen statt in Stichwörtern
- zwei bis drei Stunden Schreiben in einer einzigen Sitzung
- vierzig Minuten Korrektur am nächsten Tag, nie am selben Abend
Das Schreiben abzugeben streicht diese Schritte nicht, es verschiebt sie in Briefing, Rückfragen und Anpassung des Tons. Rechnen Sie zwei Stunden je vergebenem Beitrag, sonst klingt der Text nach niemandem.
Seltener zu veröffentlichen und einen Vorrat zu haben schlägt jedes Versprechen auf einen Takt, den nichts trägt.
Ausfall: was in der Pannenwoche zählt
Trotzdem veröffentlichen, nur kürzer. Ein ehrlicher Text von 400 Wörtern ist besser als Schweigen und besser als ein hingeworfener Beitrag von 1 500 Wörtern. Wir haben beides ausprobiert: Das kurze Format hat uns nie Abmeldungen gebracht, der hingeworfene Beitrag schon. Und wenn die Pause länger dauert, sagen Sie es. Eine Zeile im Brief bewahrt die Beziehung, ein wortloses Verschwinden nicht.